Capsicum – Die Gattung der Chili- und Paprika-Pflanzen
Capsicum ist die Gattung der Chili-, Peperoni- und Paprika-Pflanzen. Pikantista! Als echter Genießer weißt du natürlich, dass der typisch scharfe Geschmack der Schoten durch Capsaicin verursacht wird – ein Stoff, der nur in Capsicum-Früchten in unterschiedlicher Konzentration enthalten ist. Umgangssprachlich spricht man von Schoten. Nehmen wir es mit der Botanik genau, sollte man bei den Früchten dieses Nachtschattengewächses jedoch von Beeren sprechen.
Schärfe in Scoville messen
Die Schärfe der Chili-Schoten wird in Scoville gemessen. Die Spannweite reicht von 0 bis zu 2,69 Millionen Scoville – dem aktuellen Weltrekord, gehalten vom Pepper X seit 2024. Zum Vergleich: Gemüsepaprika haben mit 0 SHU keine Schärfe, Jalapeños etwa 4.000 SHU, Habaneros bis zu 350.000 SHU und die Bhut Jolokia eine Million SHU. SHU steht für Scoville Heat Units – die Maßeinheit auf der Scoville-Skala.
Entwickelt wurde die Skala 1912 vom amerikanischen Pharmazeuten Wilbur Scoville. Sein ursprüngliches Verfahren war denkbar simpel: Chili-Extrakt wurde so lange mit Wasser verdünnt, bis kein Brennen mehr spürbar war – die benötigte Wassermenge ergab den SHU-Wert. Heute arbeitet man mit dem präziseren HPLC-Verfahren (Hochleistungsflüssigkeitschromatografie), das den Capsaicin-Gehalt chemisch exakt bestimmt. Pikantistas sind echte Genießer scharfer Speisen – genau wie du, der sich für solche Fakten interessiert.
Chili-Artenvielfalt
Die Gattung der Capsicum lässt sich in 33 Arten unterteilen. Unter diesen befinden sich viele Wildarten, welche weniger von Gärtnern und Farmern angebaut werden. Hauptsächlich werden Pflanzen der fünf Arten Capsicum annuum, frutescens, baccatum, chinense und Capsicum pubescens kultiviert. Seit fast 10.000 Jahren werden Pflanzen aus der Capsicum-Familie auf Ertrag gezüchtet. Neben einer hohen Erntemenge spielen Capsaicingehalt, Aroma, Größe und Form der Chilis bei der Zucht eine Rolle.
Was viele nicht wissen: Alle Capsicum-Arten kommen ursprünglich aus Amerika. Nach Europa gelangten sie erst nach 1492 durch die spanischen Entdecker – und verbreiteten sich dann rasend schnell in der Weltküche. Heute sind Chilis auf fast jedem Kontinent fester Bestandteil der lokalen Küche.
Die fünf wichtigsten Capsicum-Arten im Detail
Als Pikantista lohnt es sich, die fünf kultivierten Hauptarten zu kennen – sie unterscheiden sich nicht nur in Schärfe, sondern auch in Aroma, Fruchtform und Herkunft deutlich voneinander.
Capsicum annuum
Die mit Abstand verbreitetste Art. Zu ihr gehören Gemüsepaprika (0 SHU), Jalapeños (2.500–8.000 SHU), Cayenne (30.000–50.000 SHU) und viele weitere Sorten. Der lateinische Name bedeutet „einjährig", obwohl die Pflanze in warmem Klima mehrjährig wachsen kann. Capsicum annuum ist die Grundlage für die meisten getrockneten Gewürze wie Paprikapulver und Cayennepfeffer.
Capsicum chinense
Heimat der schärfsten bekannten Chilis. Trotz des irreführenden Namens kommt sie nicht aus China, sondern aus der Karibik und dem Amazonas-Gebiet. Zu dieser Art gehören Habanero (100.000–350.000 SHU), Scotch Bonnet, Carolina Reaper und Pepper X. Typisch: das fruchtige, tropische Aroma, das den extremen Schärfewerten eine interessante Tiefe verleiht.
Capsicum frutescens
Die bekannteste Vertreterin ist die Tabasco-Chili – Grundlage der weltweit meistverkauften Hot Sauce. Frutescens-Chilis wachsen typischerweise mit aufrecht stehenden Früchten und haben ein charakteristisches, leicht säuerliches Aroma. Schärfe: 30.000–50.000 SHU.
Capsicum baccatum
Besonders in Südamerika beliebt, vor allem in Peru und Bolivien. Zu dieser Art gehören die Aji-Sorten – mild bis mittelschwarf, mit einem blumig-fruchtigen Aroma, das sich sehr gut für Saucen und Marinaden eignet. Die Früchte sind oft länglich und dünnwandig.
Capsicum pubescens
Die Rocoto-Chili ist die bekannteste Vertreterin. Sie ist die einzige kultivierte Capsicum-Art mit violetten Blüten und schwarzen Samen. Besonders kältetolerant – sie wächst in den Hochanden Südamerikas auf über 2.000 Metern Höhe. Schärfe: 30.000–100.000 SHU, mit einem apfelartigen, saftigen Fruchtfleisch.
Verarbeitung und Verwendung
Chili-, Peperoni- und Paprika-Schoten werden gerne frisch gegessen oder zu einem Gewürz weiterverarbeitet. Für Salate und beim Kochen werden die Chilisamen entfernt und die Schoten zerteilt. Zum Haltbarmachen werden Chilis meist zuerst getrocknet und zu Flocken oder Pulver gemahlen. Dekorativer, aber aufwendiger in der Herstellung sind Chilifäden. Nach Jahren mit Projekten wie Pika Pika und Chili Mafia sowie Shops wie chili-saucen.com und chili-plants.com kennen wir bei Pikantista jede Verarbeitungsmethode aus erster Hand.
Weitere gängige Verarbeitungsformen:
- Einlegen in Essig oder Öl – für Peperoni und milde Chilis besonders beliebt
- Fermentieren – die Grundlage vieler Hot Sauces, darunter Tabasco und Sriracha
- Räuchern – so entsteht die Chipotle, eine geräucherte reife Jalapeño
- Extrahieren – Capsaicin-Extrakt für extreme Hot Sauces mit Werten über 1 Million SHU
- Einfrieren – erhält Aroma und Schärfe besser als Trocknen
Capsicum und Hot Sauces
Ohne Capsicum keine Hot Sauce – das ist so simpel wie wahr. Jede Chili-Sosse, die wir bei Pikantista anbieten, basiert auf einer oder mehreren Capsicum-Arten. Die Wahl der Chili-Art bestimmt dabei nicht nur die Schärfe, sondern den gesamten Charakter einer Sauce: ihre Fruchtigkeit, Tiefe, den Abgang und das Zusammenspiel mit anderen Zutaten.
Eine Habanero-Sauce (Capsicum chinense) bringt tropische Fruchtnoten mit intensiver, lang anhaltender Schärfe. Eine Jalapeño-Sauce (Capsicum annuum) ist zugänglicher, mit grünen, frischen Noten. Eine Tabasco-Sauce (Capsicum frutescens) hat das charakteristisch säuerlich-scharfe Profil, das sie weltberühmt gemacht hat.
Als Pikantista – also als echter Chili-Liebhaber und Genießer wie du einer bist – weißt du: Die Sortenvielfalt der Capsicum-Gattung ist der Grund, warum es so viele außergewöhnliche Hot Sauces gibt. Jede Chili erzählt ihre eigene Geschichte.
Capsicum Linnaeus
Carl von Linné begründete die bis heute verwendete wissenschaftliche Benennung von Pflanzen. In seiner Schrift von 1753 schrieb er auch über die Gattung der Capsicum.
Eine ungenaue und unvollständige Zusammenfassung seiner Beschreibung:
Sträucher, einjährig oder mehrjähriges Kraut. Pubescense mit einfachen Haaren. Stamm verzweigt. Blätter einfach oder paarweise. Mit Blattstiel, Blätter einfache, Messer-Blattform, flach oder gekerbt. Blüten einzeln oder in kleinen Gruppen an Blattachsen oder Astgabeln. Typische, radiale Blütenform. Kronblätter in weiss, blau oder violett. Früchte sind saftige Beere, manchmal gross, aufrecht stehend, hängend oder gegengerichtet. Samen gelblich, Diskusform. Etwa 25 Spezies: alle in Südamerika, zwei oder drei weltweit in der Natur vorhanden, eine Spezies in China.
Heute wissen wir, dass alle Chilis ursprünglich aus Amerika kamen – Linnés Angabe zur „Spezies in China" war ein Irrtum seiner Zeit. Ob du nun Hot Sauces oder getrocknete Chili-Sossen bevorzugst – die Geschichte dieser Pflanzengattung ist faszinierend und reicht weit zurück.
Häufige Fragen zu Capsicum
Was ist Capsicum genau?
Capsicum ist die botanische Gattung, zu der alle Chili-, Peperoni- und Paprika-Pflanzen gehören. Die Früchte sind botanisch gesehen Beeren und enthalten den Scharfstoff Capsaicin – das Alkaloid, das für das typisch brennende Gefühl verantwortlich ist.
Wie viele Capsicum-Arten gibt es?
Die Gattung Capsicum umfasst 33 verschiedene Arten. Die fünf wichtigsten kultivierten Arten sind Capsicum annuum, frutescens, baccatum, chinense und pubescens. Daneben existieren zahlreiche Wildarten, die weniger im Anbau verbreitet sind.
Warum sind Capsicum-Früchte scharf?
Die Schärfe kommt vom Capsaicin, das ausschließlich in Capsicum-Früchten vorkommt. Es konzentriert sich hauptsächlich in der Plazenta – dem weißlichen Gewebe, an dem die Samen hängen. Je nach Sorte variiert der Gehalt von 0 SHU bei Gemüsepaprika bis über 2,69 Millionen SHU bei Pepper X.
Woher stammen Capsicum-Pflanzen ursprünglich?
Alle Capsicum-Arten stammen ursprünglich aus Amerika, wo sie seit etwa 10.000 Jahren kultiviert werden. Nach Europa kamen sie erst nach 1492 durch die spanischen Entdecker.
Was ist der Unterschied zwischen Chili, Peperoni und Paprika?
Alle drei gehören zur Gattung Capsicum. Der Unterschied liegt hauptsächlich im Capsaicin-Gehalt: Paprika (0 SHU) enthält kein Capsaicin, Peperoni sind leicht bis mittelschwarf, Chilis können extrem scharf sein. Botanisch gesehen sind es alles Beeren derselben Gattung.
Über den Autor
Fabian Rueda beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit Capsicum in all seinen Formen – als Pflanze, als Gewürz und als Grundlage außergewöhnlicher Hot Sauces. Von Pika Pika Chili Compositions über Chili Mafia bis zu Pikantista: Die Gattung Capsicum ist der rote Faden, der alles verbindet.